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TZ Printausgabe vom 11.09.2007
Das Recht zu feiern und andere anzustiften
Von Petra Pfeifer
Steinbach.
„Die Bachrechtstaufe gibt nicht das Recht, den Bach zu
benutzen“, schickt Ute Pöpping, die für die Verlesung der
Taufsprüche zuständig ist, gleich mal voraus. Mit der
unterhaltsamen Prozedur, die alljährlich vom Kultur- und
Geselligkeitsverein „Die Pitschetreter“ durchgeführt wird,
würden vielmehr Steinbacher bedacht, die „hinlänglich bewiesen
haben, vielseitig verwendbare Mitbürger zu sein, so dass sie
sich auch außerhalb unserer Stadtgrenzen bedenkenlos sehen
lassen können“, heißt es in der Urkunde, die alle neun Täuflinge
in diesem Jahr ausgehändigt bekommen.
Darin wird jedem obendrein attestiert: „Er ist fernerhin
trinkfest und wasserscheu und versteht es ausgezeichnet, andere
für diese und weitere dem örtlichen Gemeinwohl dienende
Eigenschaften anzustiften.“
Außer dieser „allgemeinen“ Urkunde kann sich jeder der
Auserwählten über einen persönlichen Taufspruch freuen, der –
wie in den Jahren zuvor – von der Ehrenpräsidentin Kathi Dausner
gedichtet wurde. So erfahren die über 50 Teilnehmer und
Schaulustigen, die sich auf dem Pijnackerplatz versammelt haben,
über Tanja Becker, sie laufe „kreuz und quer hier durch den Ort,
‚Walking‘ nennt man den Sport“.
Thomas Baumgart wird wegen seines Engagements bei der Turn- und
Spielgemeinschaft (TuS) gelobt: „Kümmert sich um die
Geldgeschäfte des Vereins ganz geschickt, deshalb wurde er mit
dem Job des Kassenführers bestückt.“ Auch Manuela Schlenther ist
TuS-Mitglied, sitzt dort im Festausschuss, und bevor sie durch
den Täufer Helmut Richter einen Schwall Wasser über den Kopf
geschüttet bekommt, verliest Ute Pöpping: „Und noch eine
Leidenschaft konnten wir erkunden, Sie haben am Zelten ihre
Freude gefunden.“
Hin und wieder werden auch kleine Makel aufgedeckt, so dass die
Zuhörerschar über Saskia Petri erfährt: „Wenn es jedoch ans
Zimmeraufräumen geht, sie den Ärger der Mutter nicht versteht.
Da gerät sie öfters in Wut, denn damit hat sie nichts am Hut.“
Doch die Dichterin zeigt auch Verständnis: „Wofür all die Mühe
und die Plage, es wird eh wieder durcheinander die nächsten
Tage.“
Fast scheint es schon eine regelrechte TuS-Veranstaltung zu
sein, denn auch Leila Weil und Maike Fries stammen aus den
Reihen der Sportler. Während Leila Weil als Schriftführerin des
Vereins „geoutet“ wird, ist Maike Fries Gründerin der „Mini-Purzler“:
„Ist bei der TuS-Steinbach beliebt und bekannt, wird liebevoll
‚das Goldkind vom Verein‘ genannt“, kann Ute Pöpping weiterhin
verkünden.
Zu den Pitschetretern selbst gehören Stefanie Sauer, die bei den
Rambos tanzt, und Klaus Emrich: „In seiner ruhigen und
bedächtigen Art steht er hilfsbereit für uns parat.“ So viel
Spaß haben alle Versammelten an dem geselligen Beisammensein,
dass sie sich gerne zu einem kleinen Zug zusammenschließen und
mit den Veranstaltern auf den Rathausplatz umziehen, um dort das
originelle Fest bis in die frühen Abendstunden fortzusetzen.
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