TZ Printausgabe vom 18.06.2007
Tradition des Volksradfahrens soll erhalten bleiben Von Petra Pfeifer
Steinbach. "175 Starter sind im Vergleich zu früher zwar wenige, aber wir sind trotzdem zufrieden", urteilte Herbert Ott, der zusammen mit Norbert Lickfers, dem Vorsitzenden des Radsportvereins Wanderlust, die Organisation des Steinbacher Volksradfahrens übernommen hatte. Zum größten Teil seien Steinbacher an den Start gegangen, darunter sieben Gruppen, haben die beiden beobachtet. In diesem Jahr führte die rund 23 Kilometer lange Strecke vom Rathaus durch den Wingert in Richtung Nordweststadt, dann ging's weiter nach Weißkirchen und über den Sonnenhof, die Industrie- und Berliner Straße wieder zurück.
Den Startschuss zur 37. Auflage des Volksradfahrens hatten um 9 Uhr morgens Bürgermeister Peter Frosch und Erste Stadträtin Martha Dickel (beide CDU) gegeben. Zu den Ersten, die sich auf die Strecke begaben, zählte auch die fünfjährige Victoria. Ihr anschließendes Fazit: „Es war schön, aber auch ein bisschen schwierig wegen der Hügel.“ Dass es nicht zu schwierig wurde, darauf achteten ihre Großeltern „Babu“ und „Nanja“ Henrich: „Wir haben zwei Pausen gemacht, und da ging’s recht gut“, berichteten sie. Mit dabei waren auch Benedikt (7) und sein Bruder Frederick (11). Nach getaner Leistung stärkten sie sich erst mal mit einer Bratwurst, denn für reichlich Verpflegung war dank der großen Menge an Grillgut und der reichhaltigen Kuchentheke bestens gesorgt. Die einzigen Tandemfahrer waren an diesem Tag Malte (11) und seine Mutter Caroline. „Wir sind drei Runden gefahren – jetzt reicht’s“, meinten die beiden zufrieden lächelnd und fügten hinzu: „Es war eine schöne Strecke.“
Während die größten ortsansässigen Vereine wie die Turn- und
Spielvereinigung Steinbach (TuS) und die Freiwillige
Feuerwehr traditionell vertreten waren, hatte sich in diesem
Jahr auch eine neue Gruppe Volksradfahrer gebildet. „Nachdem
mein Sohn Robin verkündet hat, dass er mitfährt, haben wir
mit unseren Gästen vor zwei Tagen ein Team gegründet“,
erzählte Wirtin Zana von der Havanna-Bar (Bahnstraße).
Prompt habe sie bei ihrem Lieferanten einheitliche T-Shirts
angefordert – und so ist die Gruppe mit ihren orange
leuchtenden Oberteilen weit sichtbar auszumachen.
Geehrt wurden nicht nur die teilnehmerstärksten Gruppen,
sondern auch der älteste und die jüngste Radlerin. Während
es von Eduard Lauterbach aus Stierstadt schon heißt, er sei
bei diesen Radsportveranstaltungen in der Region mit seinen
81 Jahren traditionell der älteste Teilnehmer, schnappte
Anika Fabry mit ihren vier Jahren Sascha Fendel noch kurz
vor Toresschluss den Rang des jüngsten Teilnehmers weg. Denn
der Junge wurde gut vier Wochen früher als Anika geboren.
Mit 26 Teilnehmern erreichte die Freiwillige Feuerwehr
Steinbach den ersten Platz in der Gruppenwertung, gefolgt
von der TuS (25 Personen). Auf den dritten Platz kam der
Radfahrverein Fahr Wohl Stierstadt (19), Vierter wurde die
Havanna Bar (18) und Fünfter der Radfahrclub Wanderlust
Bommersheim (12).
„Es hat alles gut geklappt“, zeigte sich Norbert Lickfers
gegen Ende der Veranstaltung zufrieden. Allein Willy Pflüger
hatte an seiner Servicestation festgestellt: „Das
Radmaterial wird immer besser, aber die Pflege immer
schlechter.“ An 25 Rädern der 175 Starter hat er
Beanstandungen gehabt wie schlecht eingestellte Sättel und
Bremsen oder fehlende Klingeln.
Was die Zukunft des Steinbacher Volksradfahrens betrifft, so
hat sich Norbert Lickfers bereits Gedanken gemacht, da
Herbert Ott die Organisation nach 29 Jahren ganz abgeben
will: „Wir wollen einen Festausschuss ins Leben rufen, zu
dem sich bereits drei Vorstandsdamen gemeldet haben.“ Daher
meint er mit Blick auf die „Steinbacher Tradition, die man
nicht sterben lassen kann“: „Ich bin zuversichtlich, dass
sie auch im kommenden Jahr stattfindet.“
