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Besuch in Saint Avertin
"Seit Beginn der Partnerschaft mit Saint Avertin im Jahre 1980, von einigen Ausnahmen abgesehen, präsentiert sich die Stadt Steinbach mit einem Stand auf dem jeweils am letzten Wochenende im Juni stattfindendes Fest in Frankreich. Inzwischen wurde dieses Fest einige Male umbenannt. Waren es viele Jahre lang einfach die "zwei Tage von Saint Avertin", hieß es dann "Folklorefest" und ab diesem Jahr schließlich "Festival der Tänze und Musiken der Welt".
In diesem Jahr waren sechs Tanz- und Musikgruppen angereist, und zwar aus Québec/Kanada, Belgien, > Schweiz, Irland, Asturien/Spanien und der Bretagne/Frankreich. Es war, wie immer, wunderschön anzuschauen > und anzuhören, wie sich die Gruppen an den beiden Tagen präsentierten. Bei diesmal wieder schönem Wetter konnte alles unter freiem Himmel stattfinden, auch eine Disco, die mit riesiger Beteiligung der Avertiner Bevölkerung jeden Alters bis in die Nacht hinein für Unterhaltung sorgte.
Das Fest wurde am Samstag durch Bürgermeister Jean-Gérard Paumier eröffnet, in Anwesenheit der Bürgermeister Pinto de Moura aus der befreundeten portugiesischen Stadt Mondim de Basto und Peter Frosch aus Steinbach. Dazu wird jeweils am Eingang zu dem Festplatz gemeinsam ein Band durchschnitten, dem sich ein Besuch aller Stände anschließt. Zum Empfang der Besucher am Steinbacher Stand hatte unser Mitarbeiter Jürgen Schmidt, der mit seinem Kollegen Sergey Budko das überaus beliebte deutsche Bier und deutsche Bratwürste nach Frankreich transportiert hatten, eine Kostprobe Ebbelwoi und Häppchen mit diverser hessischer Wurst vorbereitet, was den Besuchern nach deren Bekunden sehr mundete.
Anschließend wurden auf der großen Bühne mehrere Grußworte gesprochen, von dem anwesenden drei Bürgermeistern, einer ebenfalls angereisten Abgeordneten des Departements sowie von Frau Evelyne Dupuy, der Präsidentin des Festkomitees. Daran anschließend intonierte die Musikschule von Saint Avertin, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, die Nationalhymnen der Länder der sechs Tanz- und Musikgruppen.
Am Sonntag Abend gab es dann schließlich zwei absolute Höhepunkte. Zunächst hatte uns der französische Kollege ein Fernsehgerät mit Großbildschirm am Stand installieren lassen, damit wir uns das Finale der Fußball – Europameisterschaft ansehen konnten. Daraus entwickelte sich dann schließlich ein regelrechtes "Publik Viewing". Ehe wir uns versahen, waren zu Spielbeginn mehr als hundert Fußballfans um unseren Stand versammelt, um sich das Finale anzusehen. Da darunter sehr viele Besucher aus Spanien waren, entwickelten sich heiße Schlachtrufduelle. Schließlich mussten wir neidlos die Überlegenheit der spanischen Mannschaft und deren verdienten Sieg anerkennen. Schließlich lagen sich am Ende Menschen aller Nationen in den Armen. Es blieb dabei alles sehr friedlich. Leider war uns schon zu Beginn des Spieles das Bier ausgegangen, aber auch hier half uns das Festkomitee mit einem Fass französischem Bier aus der Patsche, dessen Inhalt allerdings das Ende des Spieles auch nicht überlebte.
Nahtlos an dieses Ereignis schloss sich dann der immer absolute Höhepunkt an, ein fantastisches Feuerwerk mit musikalischer Untermalung, das die Besucher jedes Mal zu regelrechten Beifallsstürmen hin reißt.
"Meine Frau und ich haben den langen Reiseweg auch diesmal nicht bereut, Herzlichkeit und Gastfreundschaft waren wieder überwältigend. Mein großer Dank geht auch an die städtischen Mitarbeiter Jürgen Schmidt und Sergey Budko, die den Dauerstress hervorragend bewältigt haben".
Peter Frosch |