TZ Printausgabe vom 18.06.2008
Burgfest kräftig mitgefeiert Von Petra Pfeifer
Steinbach/Steinbach-Hallenberg. "Das kleine Pflänzlein Städtepartnerschaft zu pflegen", wie Norbert Möller vom Vorstand des Vereinsringes es so schön formulierte, hatten sich zum
Burgfest in Steinbach-Hallenberg erfreulich viele Steinbacher auf die Fahne geschrieben.
Drei Busse fuhren voll besetzt mit Mitgliedern der unterschiedlichsten Steinbacher Vereine am frühen Sonntagmorgen in die hübsche thüringische Stadt, um dort mit den Freunden zu feiern
und Gemeinde und Burg zu erkunden.
Die Kerbeburschen und -mädels aus dem Taunus hatten sogar ihr gesamtes Equipment eingepackt, um aktiv am festlichen Umzug teilzunehmen. Und so zollten die Hallenberger der Bemerkung des Zugmoderators Jürgen Birke von der Stadtverwaltung: "Zahlreiche weitere Gäste sind heute Morgen aus Steinbach angereist", anerkennenden Applaus.
Auch Bürgermeister Christian Endter (CDU) freute sich und dachte gerne an das erste Burgfest vor 18 Jahren zurück, an dessen Gelingen der Vereinsring aus dem Taunus maßgeblich mitgewirkt hatte. "Damals hatten wir kein Festzelt, und auf dem Schulhof herrschten 40 Grad." Vereinsringvorsitzender Klaus Döge berichtete: "Wir haben Tische und Bänke mitgebracht, seither gibt es viele private Partnerschaften."
Zwar hatte es bei Ankunft der Busse wie aus Kübeln gegossen, doch rechtzeitig zu Beginn des Festumzuges zeigte sich wieder eine lachende Sonne. Ein Modell der Hallenburg auf einem Wagen, der von einem Gespann Haflinger gezogen wurde, führte als Wahrzeichen der Stadt den Zug mit 34 Programmnummern an. "Nun kommt der Herold der Herrschaft", kündigte Birke an und lieferte auch gleich eine Berufsbeschreibung: "Sie waren unter anderem verantwortlich für die Identifizierung der Ritter bei Turnieren an Hand der Wappen."
Ihm folgten wunderbar kostümiert die Herren von Hallenberg: "Hoch zu Ross halten sie in Begleitung eines Burgfräuleins Einzug." Dann waren die Damen von der Spinnstube, die im Hallenberger Heimathof angesiedelt ist, an der Reihe und das bunte Treiben auf einer mittelalterlichen Burg zeigten hübsch als Ritter und Burgfräulein, Graf und Prinzessin verkleidet die Kinder des Evangelischen Kindergartens.
Zugnummer 7 waren dann die Steinbacher Kerbeburschen: "Sie kommen als traditionelle Kerbeburschen in ihren Uniformen", so der Moderator. Als er dann noch verriet, dass sie den leutseligen Namen "Gut Schluck" tragen, schmunzelte das Publikum.
Auch die Mitglieder des Vereins Heimatliches Brauchtum im Haselgrund hatten sich in herrliche historische Kostüme gehüllt: "Wir beginnen mit dem Brautpaar und dem dazugehörigen Brautzug."
Es folgten eine Taufgesellschaft, zwei Konfirmandinnen mit Familie und ein Paar mit der Erntekrone. Aufmerksam verfolgte das Publikum den traditionellen Zimmermanns-Klatsch, den die Kollegen des Sägewerks "Rote Mühle" vorführten, und als treue Gäste begrüßte Birke den Rassegeflügelzuchtverein Herges-Hallenberg.
Thüringer Festtags- und Bauerntrachten zeigte die Läppleszunft Zella-Mehlis und auch aus der Nachbarschaft Oberschönau kam der Trachten- und Traditionsverein: "Sie erhalten für die Nachwelt Brauchtum, Mundart und alte Tänze." In Hallenberg trugen sie kirchliche Festtagstracht aus der Zeit um 1850.
In die Gegenwart zurück brachte der Rad- und Triathlon Verein Haselgrund, Tanzmäuse der Haseltalgrundschule und der Jugendclub der Stadt mit ihrem Saftmobil.
Für den tierischen Aspekt sorgten die Teckelgruppe Haseltal und der Hundesportverein. Vertreten waren auch Männergesangvereine, der Thüringerwald-Verein Steinbach-Hallenberg und Mitglieder des Tanzhauses Benshause, die zu zarten klassischen Klängen einige Figuren vorführte.
Den Abschluss des Zuges übernahmen die Fußballer und die Jugendfeuerwehr Hallenbergs. Benachbarte Geschäfte rund um das Rathaus luden anschließend zum Stöbern ein, und im historischen Heimathof, dem Hallenberger Heimatmuseum gab es Schmiedevorführungen zu sehen sowie Bauerngarten, Metallhandwerksmuseum und Korkenzieher-Werkstatt zu entdecken. Bis in die Abendstunden wurde im Festzelt tüchtig gefeiert, bevor die Steinbacher am Abend wieder in den Taunus zurückfuhren.
